| Aufgrund des Alleinvertretungsanspruchs wird jeglicher offizieller Kontakt mit dem SED-Regime abgelehnt. Die Bezeichnung DDR wird überhaupt vermieden. Bewußt abwertend wird von "Pankow" (Bezirk Ost-Berlins) oder "Ostzone" gesprochen. Die DDR und die Sowjetunion reagieren auf den Bonner Alleinvertretungsanspruch mit der 1955 verkündeten Zweistaatentheorie: Danach seien anstelle des 1945 untergegangenen Deutschen Reiches zwei selbständige deutsche Staaten entstanden. Die Wiedervereinigung sei daher allein deren Angelegenheit. |
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Bis zum Ende der 60er Jahre bilden der Alleinvertretungsanspruch und die Nichtanerkennung der DDR die Hauptpfeiler der
Bonner Deutschlandpolitik. Mit der Hallstein-Doktrin versucht die
Bundesregierung seit 1955, jede Anerkennung der DDR durch dritte Staaten zu verhindern. Der Handlungsspielraum der
Bundesrepublik gegenüber dem Ostblock ist dadurch jedoch stark eingeschränkt. Nach Bildung der sozialliberalen Koalition
1969 werden der Alleinvertretungsanspruch und die umstrittene Hallstein-Doktrin aufgegeben.
(ag) |



