Nato-Osterweiterung


Photo: NATO-Gipfel in Brüssel, 1994        Im April 1991 wird die Militärstruktur des Warschauer Pakts aufgelöst, und im Dezember tritt an die Stelle der Sowjetunion nach ihrer Auflösung die Gemeinschaft unabhängier Staaten (GUS). Am 7. und 8. November 1991 wird der Ost-West-Konflikt auf der NATO-Gipfelkonferenz in Rom offiziell für beendet erklärt. Diskussionen über eine Osterweiterung des aus 16 Staaten bestehenden Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses münden schließlich 1994 in dem Programm "Partnerschaft für den Frieden" (PFP). Damit bietet die NATO auf dem Gipfeltreffen in Brüssel am 10. und 11. Januar 1994 den reformierten Staaten Mittel- und Osteuropas eine militärische und sicherheitspolitische Kooperation an. Ein möglicher späterer NATO-Beitritt wird in Aussicht gestellt.


27 Staaten unterzeichnen das PFP-Dokument, obwohl aufgrund fehlender Sicherheitsgarantien auch skeptische Stimmen laut werden. Rußland sieht allerdings die Osterweiterung der NATO, vor allem einen Beitritt der Baltischen Staaten, als Verletzung seiner Sicherheitsinteressen. Es akzeptiert zwar das PFP-Programm, untereichnet es jedoch aus Protest erst im Mai 1995. Am 27. Mai 1997 einigen sich Rußland und die NATO in Paris auf eine Grundakte über ihre künftigen Beziehungen und legen damit die Basis für eine gemeinsame europäische Sicherheitspolitik. Die Grundakte sieht die Bildung eines ständigen gemeinsamen NATO-Rußland-Rates der Außen- und Verteidigungsminister vor. Die NATO sagt unter anderem zu, in den östlichen Beitrittsländern keine Atomwaffen aufzustellen. Die Grundakte gibt den Weg für eine Osterweiterung frei.        Photo: NATO-Gipfel in Brüssel, 1994


Unter den 16 Staats- bzw. Regierungschefs der NATO-Mitgliedsländer bestehen Differenzen über die Anzahl der Beitrittsländer. Die sogenannte "kleine Lösung" sieht den Beitritt von Polen, Tschechien und Ungarn vor, die "große Lösung" noch zusätzlich den von Slowenien und Rumänien. Die USA, Deutschland und Großbritannien sind Befürworter der "kleinen Lösung", während Frankreich für die Aufnahme von fünf Ländern plädiert. Noch 1997 beginnen die Beitrittsgespräche mit Ungarn. Zum 50. NATO-Geburtstag am 4. April 1999 sollen zunächst Polen, Tschechien und Ungarn in das Nordatlantische Bündnis aufgenommen werden. Für weitere Beitritte Rumäniens, Sloweniens, Estlands, Lettlands und Litauens hält sich die NATO offen.

(ke)

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