geb. 1943

Rainer Eppelmann

Photo: Rainer Eppelmann, 1989/90

Theologe und Politiker


1943
12. Februar: Rainer Eppelmann wird als Sohn einer Handwerkerfamilie in Berlin geboren.


1961
Nach dem Mauerbau kann Eppelmann das Gymnasium in West-Berlin nicht mehr weiter besuchen, bricht die Schule ab und arbeitet in Ost-Berlin als Dachdeckerhilfsgeselle. Sein Vater kehrt nicht aus dem Westen zurück.


1962-1965
Absolvierung einer Maurerlehre und anschließend Arbeit als Maurer.


1966
Verweigerung des Wehrdienstes und auch des von ihm als "Bausoldat" geforderten Gelöbnisses. Daraufhin wird Eppelmann zu acht Monaten Gefängnis verurteilt.


1969
Heirat mit Eva-Maria Strauth. Die Ehe wird 1988 wieder geschieden.


1969-1974
Studium der evangelischen Theologie in Berlin an der Fachhochschule "Predigerschule Paulinum".


ab 1974
Gemeindepfarrer in der Samariter-Gemeinde und Kreisjugendpfarrer für den Kirchenkreis Berlin-Friedrichshain. Gegner der Forderung, daß sich die Kirche auf seelsorgerische und karitative Aufgaben beschränken solle.


1982
Mitinitiator des "Berliner Appells" mit der Losung "Frieden schaffen ohne Waffen".


1988
Eppelmann findet in seiner Wohnung Abhöranlagen des Ministerium für Staatssicherheit (MfS) und erstattet Anzeige.


1989
Mai: Nach den Kommunalwahlen in der DDR zeigt Eppelmann die SED in Friedrichshain wegen Wahlfälschung an.
Oktober: Gründungsmitglied der Partei Demokratischer Aufbruch (DA) in Ost-Berlin.


1990
Februar: Eppelmann wird für den DA in der Regierung Modrow Minister ohne Geschäftsbereich.
März: Nach dem Rücktritt des DA-Chefs Wolfgang Schnur übernimmt Eppelmann kommissarisch den Vorsitz der DA.
18. März: Nach den Volkskammerwahlen wird Eppelmann einer der vier Abgeordneten des DA, der mit der CDU eine Fraktionsgemeinschaft eingeht.
12. April: Eppelmann wird Minister für Abrüstung und Verteidigung der DDR in der Regierung de Maizière.
22. April: Wahl zum Vorsitzenden des DA.
August: Fusion des DA mit der CDU.
September: Unterzeichnung des Protokolls über das Ausscheiden der NVA aus dem Warschauer Pakt.
3. Oktober: Mit der Wiedervereinigung endet Eppelmanns Tätigkeit als Minister.
November: Wahl zu einem der stellvertretenden Landesvorsitzenden der CDU in Brandenburg.
Dezember: Bei den Wahlen zum ersten gesamtdeutschen Bundestag erringt Eppelmann ein Direktmandat und wird damit Mitglied des Bundestages.


1991
Vorsitzender des "Ausschusses für Familie und Senioren" des Deutschen Bundestages.


1992
Vorsitzender der Enquete-Kommission zur "Aufarbeitung der Geschichte und Folgen der SED-Diktatur", die 1994 ihren Bericht vorlegt.


1993
Veröffentlichung der Autobiographie "Fremd im eigenen Haus. Mein Leben im anderen Deutschland".


1994
Wahl zum Landesvorsitzender der CDA (Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft).


1998
Eppelmann wird Mitglied im Präsidium der CDU.



(iz)

[Ton] Interview: Rainer Eppelmann, "Dialogfähigkeit der SED", April 1989
[Ton] Interview: Rainer Eppelmann, Interview in Radio Glasnost über den Demokratischen Aufbruch, 30.10.1989




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