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Journalist und Geheimdienst
- 1927
- 1. Februar: Günter Guillaume wird als Sohn eines Musikers in
Berlin geboren.
- 1944/45
-
Flakhelfer im
Zweiten Weltkrieg.
- 1945
-
Rückkehr nach Berlin, wo er zunächst als Fotograf arbeitet.
- 1950-1956
- Mitarbeiter im Ost-Berliner Verlag "Volk und Wissen". In dieser Zeit
läßt sich Guillaume vom Ministerium
für Staatssicherheit (MfS) anwerben und ausbilden.
- 1951
-
Heirat mit der Sekretärin Christel Boom, die ebenfalls vom MfS als Agentin ausgebildet wird.
- 1952
-
Beitritt zur
SED.
- 1956
- Zusammen mit seiner Ehefrau siedelt Guillaume im Auftrag des MfS
in die Bundesrepublik nach Frankfurt/Main über. Hier betreibt er
zunächst einen Kaffee- und Tabakladen "Boom am Dom" und wird auch
wieder als Fotograf tätig. Seine Frau arbeitet weiter als Sekretärin.
- 1957
- Auf Weisung des MfS tritt das Ehepaar Guillaume in die SPD
ein.
- 1959
-
Christel Guillaume wird Sekretärin im Parteibüro Hessen-Süd.
- 1963-1968
- Sekretär des SPD-Unterbezirks Frankfurt/Main.
- ab 1968
-
Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Stadtrat und Stadtverordneter in Frankfurt/Main.
- 1968/1969
-
Wahlkampfbeauftragter des Bundesministers für Verkehr,
Georg Leber. Nach dem gelungenen
Wahlkampf wird Guillaume ins Bundeskanzleramt vermittelt. Die Sicherheitsüberprüfung verläuft
ohne große Schwierigkeiten. Guillaume erweist sich als kontaktfreudig und vertrauenswürdig.
- ab 1970
-
Referent in der Abteilung Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik im Bundeskanzleramt.
- ab 1972
-
Referent des Bundeskanzlers
Willy Brandt. Guillaume wird Verbindungsmann zum
Bundeskanzleramt, zum SPD-Parteibüro im Ollenhauerhaus und zur SPD-Bundestagsfraktion. Er
begleitet Brandt auf Wahlkampf- und Informationsreisen, die er auch selbst organisiert. In dieser
Zeit hat er Zugang zu geheimen Akten und den Gesprächsrunden im engeren Kreis um den
Bundeskanzler. Aufgrund des guten persönlichen Verhältnisses zu Brandt hat Guillaume Einblick in
dessen Privatsphäre.
- 1974
- 24. April: Das Ehepaar Guillaume wird verhaftet. Am 6. Mai übernimmt
Brandt die politische Verantwortung für die Agenten-Affäre
und tritt zurück. Guillaume behauptet stets, dies nicht im Auge
gehabt zu haben.
- 1975
- Dezember: Verurteilung durch das Oberlandesgericht Düsseldorf
wegen Landesverrats zu dreizehn Jahren Gefängnis. Frau Guillaume
wird zu acht Jahren Haft verurteilt.
- 1981
-
Unter Hinweis auf Guillaumes schlechte Gesundheit wird ein Agentenaustausch vereinbart und
Guillaume aus der Haft entlassen. In der DDR wird er als "Kundschafter des Friedens" gefeiert und
arbeitet als Ausbilder für Agenten.
- 1985
-
Verleihung des Dr. jur. h.c. der Juristischen Hochschule (JHS) des MfS Potsdam-Eiche.
- 1988
-
Veröffentlichung seines Lebensberichtes unter dem Titel "Die Aussage".
- 1995
-
10. April: Günter Guillaume stirbt in Berlin an Herzversagen.
(iz)
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