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Politiker
- 1930
- 3. April: Helmut Josef Michael Kohl wird als jüngstes von drei
Kindern eines Finanzbeamten in Ludwigshafen am Rhein geboren.
- 1946
- Eintritt in die Christlich
Demokratische Union (CDU).
- 1947
- Mitbegründer der Jungen Union in Ludwigshafen.
- 1950-1956
- Studium der Rechts-, Sozial- und Staatswissenschaften sowie der Geschichte
an den Universitäten Frankfurt/Main und Heidelberg.
- 1953
- Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der CDU Rheinland-Pfalz.
- 1954-1961
- Stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union Rheinland-Pfalz.
- 1955-1966
- Mitglied des Landesvorstandes der CDU Rheinland-Pfalz.
- 1956-1958
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter des politischen Seminars im Alfred-Weber-Institut
der Universität Heidelberg.
- 1958
- Promotion zum Dr. phil. mit einer Arbeit über "Die politische
Entwicklung in der Pfalz und das Wiedererstehen der Parteien nach 1945".
- 1958/59
- Direktionsassistent bei einer Ludwigshafener Eisengießerei.
- 1959-1962
- Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes
Ludwigshafen.
- 1959-1969
- Referent des "Industrieverbandes Chemie" in Ludwigshafen.
- 1959-1976
- Mitglied des Landtages von Rheinland-Pfalz, wo er ab 1961 stellvertretender
Vorsitzender und ab 1963 Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion ist.
- 1960
- Heirat mit der Diplomdolmetscherin Hannelore Renner. Aus der Ehe
gehen zwei Söhne hervor.
- 1960
- Kohl wird Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion in Ludwigshafen.
- 1966-1973
- Landesvorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz.
- 1966-2000
- Mitglied des Bundesvorstandes der CDU.
- 1969-1973
- Stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU.
- 1969-1976
- Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Von 1969 bis 1971 regiert
Kohl mit einer christlich-liberalen Koalition. Nach den Landtagswahlen
im Mai 1971, bei denen die CDU die absolute Mehrheit erreicht, kann
Kohl eine CDU-Alleinregierung bilden. In dieser Zeit initiiert er vor
allem eine umfangreiche Gebiets- und Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz
und reformiert zusammen mit Heiner Geißler (geb. 1930) das Sozial-
und Gesundheitswesen des Landes.
- 1971
- Kohl meldet seine Kandidatur für den Parteivorsitz an, unterliegt
aber bei der Wahl gegen Rainer
Barzel.
- 1973-1998
- Parteivorsitzender der CDU.
- 1975
- Die Präsidien von CDU und Christlich
Sozialer Union (CSU) tragen Kohl die Kanzlerkandidatur an.
Veröffentlichung der Schrift "Die Zukunft der Bundesrepublik Deutschland".
- 1976-2002
- Mitglied des Bundestages.
- 1976-1982
- Kohl gibt das Amt des Ministerpräsidenten in Rheinland-Pfalz
ab und wird in Bonn als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Oppositionsführer.
- Nach den Bundestagswahlen
1976, die nicht zu einem Regierungswechsel geführt haben, beschließt
die CSU die Trennung von der CDU. Kohl besteht aber auf der gemeinsamen
Fraktion unter seiner Führung und setzt sich damit gegen Franz
Josef Strauß und die CSU durch. Dafür wird der Schwesterpartei
ein größeres Gewicht in den Fraktionsgremien zugesprochen.
- 1980
- Kohls Favorit, der niedersächsische Ministerpräsident Ernst
Albrecht (geb. 1930), unterliegt in der Fraktionsdiskussion um die Kanzlerkandidatur
gegen Franz Josef Strauß. Bei den Bundestagswahlen muss die CDU/CSU
hohe Verluste hinnehmen. Kohl bleibt danach Oppositionsführer in
Bonn, pflegt seine persönlichen Kontakte zum Vorsitzenden der Freien
Demokratischen Partei (F.D.P.), Hans-Dietrich
Genscher und kritisiert weiterhin die Politik der Regierung Schmidt.
- 1981
- Veröffentlichung der Schrift "Die CDU - Portrait einer Volkspartei".
- 1982
- 20. September: Die CDU/CSU und die F.D.P. nehmen Koalitionsgespräche
auf und einigen sich darauf, Bundeskanzler Helmut
Schmidt am 1. Oktober 1982 durch ein konstruktives
Misstrauensvotum zu stürzen. Als Kanzlerkandidat der Union
wird Helmut Kohl nominiert.
1. Oktober: Der Bundestag wählt durch ein konstruktives Misstrauensvotum
Helmut Kohl zum 6. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
13. Oktober: Kohl gibt seine Regierungserklärung ab. Darin bekennt
er sich zum NATO-Nachrüstungsbeschluss
und zur Fortführung guter Beziehungen zur DDR bei entsprechenden
Gegenleistungen.
17. Dezember: In einer verfassungsrechtlich fragwürdigen Abstimmung
über die von Kohl gestellte Vertrauensfrage im Bundestag erreicht
Kohl, gemäß vorheriger Absprache, keine Mehrheit. Damit wird
der Weg zu Neuwahlen
am 6. März 1983 geebnet.
- 1983
- 20./21. Januar: Im Rahmen der Feierlichkeiten anlässlich des
20jährigen Bestehens des Freundschaftsvertrages
zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich nimmt Kohl an
einer Feierstunde im Pariser Elysée-Palast teil.
6. März: Bei den vorgezogenen Neuwahlen kann die CDU/CSU einen
klaren Sieg verzeichnen. Am 29. März wird Kohl vom Bundestag als
Bundeskanzler bestätigt.
4. Mai: Bundeskanzler Kohl bezeichnet in seiner Regierungserklärung
den Abbau der Arbeitslosigkeit,
die Wiedergewinnung wirtschaftlichen Wachstums und die Sanierung der
Bundesfinanzen als Schwerpunkte der Regierungstätigkeit.
4.-7. Juli: Bundeskanzler Kohl und Außenminister Hans-Dietrich
Genscher statten der Sowjetunion einen offiziellen Besuch ab, der eine
neue und bessere Qualität der gegenseitigen Beziehungen begründen
soll.
Veröffentlichung der Schrift "Der Weg zur Wende. Von der Wohlfahrtsgesellschaft
zur Leistungsgemeinschaft".
- 1984
- 24. Januar: Kohl trifft zu einem fünftägigen Besuch in
Israel ein. In den Gesprächen mit der israelischen Regierung kommt
es zu ernsten Auseinandersetzungen über die Nahostpolitik der Bundesrepublik.
Streitpunkt sind geplante Waffenverkäufe der Bundesrepublik an
Saudi-Arabien.
13. Februar: Am Vorabend der Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen
sowjetischen Staats- und Parteichef Jurij Andropow (1914-1984) treffen
Kohl und der Staats- und Parteichef der DDR, Erich
Honecker, in Moskau erstmals persönlich zusammen.
22. September: Kohl und der französische Staatspräsident François
Mitterrand gedenken in Verdun gemeinsam der Toten beider Weltkriege.
Dabei kommt es zu einer international viel beachteten Szene: Während
die Nationalhymnen erklingen, stehen beide Politiker minutenlang Hand
in Hand nebeneinander und demonstrieren so die Verbundenheit beider
Völker.
7. Oktober: In Begleitung zahlreicher Vertreter der deutschen Wirtschaft
trifft Kohl zu einem sechstägigen Besuch der Volksrepublik China
in Peking ein. Im Verlauf der Visite werden eine Reihe von Vereinbarungen
über eine intensivere Zusammenarbeit auf ökonomischem Gebiet
getroffen.
- 1985
- 18. April: In seiner Regierungserklärung unterstützt Kohl
das amerikanische Forschungsprojekt für ein Weltraumraketenabwehrsystem
(SDI), lässt aber die Beteiligung der Bundesrepublik offen.
5. Mai: Kohl legt gemeinsam mit US-Präsident Ronald
Reagan Kränze an der Gedenkstätte Bergen-Belsen und auf
dem Soldatenfriedhof Bitburg nieder. Dies stößt in der Öffentlichkeit
auf Kritik, weil in Bitburg auch Angehörige der Waffen-SS beerdigt
sind.
16. Juni: Kohl nimmt am Deutschlandtreffen der Schlesier teil, obwohl
Bundespräsident Richard
von Weizsäcker im Verbandsorgan "Der Schlesier" wegen seiner
Rede
am 8. Mai massiv angegriffen worden war. Kohl bekräftigt auf
dem Schlesiertreffen in Hannover die Unverletzlichkeit der Grenzen.
1986
- 3. Februar: Das Nachrichtenmagazin " Spiegel" berichtet, dass der
Bundestagsabgeordnete Otto Schily
(Die
Grünen) gegen Kohl Strafanzeige wegen des Verdachts der Falschaussage
vor den Untersuchungsausschüssen im Bundestag und im Mainzer Landtag
in der Parteispenden-Affäre
erstattet hat. Am 20. Februar nimmt die Koblenzer Staatsanwaltschaft
ein Ermittlungsverfahren gegen Kohl auf, das am 20. Mai aus Mangel an
Beweisen wieder eingestellt wird.
15. Oktober: In einem Interview mit dem US-Nachrichtenmagazin "Newsweek"
stellt Kohl den sowjetischen Parteichef Michail
Gorbatschow in einen engen Zusammenhang mit NS-Propagandaminister
Joseph Goebbels: "Er ist
ein moderner kommunistischer Führer, der sich auf Public Relations
versteht. Goebbels, einer von jenen, die für die Verbrechen der
Hitler-Ära verantwortlich waren, war auch ein Experte für
Public Relations".
6. November: Kohl distanziert sich von seinen Aussagen, ist jedoch nicht
zu einer offiziellen Entschuldigung bereit. Das Interview belastet die
deutsch-sowjetischen Beziehungen erheblich.
26. November: Gegen die Howaldtwerke-Deutsche Werft (HDW) in Kiel wird
ermittelt, weil sie Konstruktionspläne für U-Boote illegal
an Südafrika verkauft haben soll. Zwei Tage später wird in
Bonn bestätigt, dass Kohl informelle Gespräche über den
Verkauf von U-Booten an Südafrika geführt hat.
18. Dezember: Der Bundestag setzt einen Untersuchungsausschuss ein,
der sich mit den Vorgängen befassen soll.
- 1987
- 4. Januar: Auf dem Deutschlandtreffen der CDU in Dortmund bezeichnet
Helmut Kohl die DDR als Regime, das "politische Gefangene in Gefängnissen
und Konzentrationslagern hält". Wegen des Begriffs Konzentrationslager
legt der Ständige Vertreter der DDR in Bonn zwei Tage später
offiziellen Protest ein.
11. März: Nach den Bundestagswahlen vom 25. Januar, bei denen sich
die christlich-liberale Koalition mit einer klaren Mehrheit behaupten
konnte, wählt der Bundestag Kohl erneut zum Bundeskanzler.
4. Juni: In einer Regierungserklärung plädiert Kohl für
die sogenannte doppelte Null-Lösung zum Abbau der Mittelstreckenraketen
in Europa.
5. Juli: Bundeskanzler Kohl und der französische Ministerpräsident
Jacques Chirac gedenken in Reims und Colombey-les-deux-Eglises gemeinsam
der Aussöhnung zwischen Frankreich und der Bundesrepublik vor 25
Jahren durch Charles de Gaulle
und Konrad Adenauer.
7.-11. September: Bundeskanzler Kohl trifft mit dem Staats- und Parteichef
der DDR Erich Honecker zusammen, der zum ersten Mal in der Geschichte
der beiden deutschen Staaten die
Bundesrepublik Deutschland besucht. Es werden Abkommen zum Umwelt-
und Strahlenschutz sowie über die Zusammenarbeit in Wissenschaft
und Technik vereinbart.
- 1988
- 1. November: Bundeskanzler Kohl und der französische Staatspräsident
François Mitterrand werden für ihre Verdienste um die europäische
Einigung mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet.
- 1989
- 10. November: Aufgrund der Öffnung
der innerdeutschen Grenzen bricht Kohl seinen Polen-Besuch ab, um
am Abend vor dem Schöneberger Rathaus in West-Berlin auf einer
Kundgebung zu sprechen.
11. November: Kohl und SED-Generalsekretär Egon
Krenz sprechen in einem Telefongespräch über eine Intensivierung
der Zusammenarbeit und einigen sich auf eine baldige persönliche
Begegnung.
16. November: Kohl sichert der DDR wirtschaftliche Hilfe zu, sobald
ein grundlegender Wandel des politischen und wirtschaftlichen Systems
in der DDR vollzogen wird.
28. November: Kohl legt ein "Zehn-Punkte-Programm zur Überwindung
der Teilung Deutschlands und Europas", das letztendlich zur Wiedervereinigung
Deutschlands führen soll, vor.
19./20. Dezember: Kohl trifft zu Gesprächen mit DDR-Ministerpräsident
Hans Modrow in Dresden zusammen.
Beide Regierungschefs vereinbaren Verhandlungen über eine deutsch-deutsche
Vertragsgemeinschaft. Kohl wird bei seiner Ansprache vor der Ruine der
Frauenkirche von der Bevölkerung umjubelt.
- 1990-1998
- Kohl wird unter anderem die Ehrendoktorwürde der Universitäten
Tel Aviv, Maryland, Lublin, Harvard/USA (1990), Salamanca (1991), der
philippinischen Anteno-Universität (1996) und der jüdisch-amerikanischen
Brandeis-Universität (1998) verliehen.
- 1990
- 5. Februar: In West-Berlin einigen sich die CDU der DDR, die Deutsche
Soziale Union (DSU) und der Demokratische
Aufbruch (DA) auf das Wahlbündnis "Allianz für Deutschland"
für die Volkskammerwahlen
am 18. März. Kohl kündigt die Unterstützung seiner
Partei für das Wahlbündnis an.
7. Februar: Unter Vorsitz von Kohl konstituiert sich ein Kabinettsausschuss
"Deutsche Einheit". Kohl schlägt der DDR sofortige Verhandlungen
über eine Währungsunion
mit Wirtschaftsreform vor. Anlass ist der nicht abreißende Übersiedlerstrom
aus der DDR.
10. Februar: Bei einem Treffen zwischen Kohl und dem sowjetischen Staats-
und Parteichef Michail Gorbatschow in Moskau gibt Gorbatschow die Zusicherung,
dass die UdSSR einer Wiedervereinigung Deutschlands nicht im Wege stünde.
13./14. Februar: In Bonn vereinbaren DDR-Ministerpräsident Modrow
und Kohl die Einsetzung einer gemeinsamen Kommission zur Vorbereitung
der angebotenen Währungsunion mit Wirtschaftsreform. Sie finden
keine Einigung über eine Soforthilfe der Bundesregierung zur wirtschaftlichen
Stabilisierung der DDR und über die Bündniszugehörigkeit
eines geeinten Deutschlands.
14.-16. Juli: Kohl trifft in der Sowjetunion mit Präsident Gorbatschow
zu Gesprächen zusammen: Gorbatschow billigt dabei einem vereinten
Deutschland die volle Souveränität und die freie Wahl der
Bündniszugehörigkeit zu.
1./2. Oktober: Nach dem Zusammenschluss der beiden christdemokratischen
Parteien Deutschlands in Hamburg wird Kohl zum Vorsitzenden der CDU
Deutschlands und Lothar de
Maizière zu seinem Stellvertreter gewählt.
9. November: In Bonn unterzeichnen Bundeskanzler Kohl und der sowjetische
Staatspräsident Gorbatschow den "Vertrag über gute Nachbarschaft,
Partnerschaft und Zusammenarbeit".
2. Dezember: Bei den ersten gesamtdeutschen
Bundestagswahlen erreicht die CDU/CSU 43,8% und die F.D.P. 11 %
der Stimmen. Damit bleibt die christlich-liberale Regierungskoalition
bestehen.
Veröffentlichung der Schrift "Deutschlands Zukunft in Europa".
- 1991
- 17. Januar: Wiederwahl zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland
und zugleich erster Regierungschef des wiedervereinigten Deutschland.
16. Oktober: Kohl und der französische Staatspräsident François
Mitterrand präsentieren das Projekt eines gemeinsamen Armeecorps
mit 50.000 Soldaten.
- 1992
- 27. März: Trotz Kritik des Jüdischen Weltkongresses trifft
Kohl in München den österreichischen Bundespräsidenten
Kurt Waldheim (geb. 1918), der wegen seiner Vergangenheit als Wehrmachtsoffizier
international isoliert ist.
Juli: Die Bundesregierung beschließt die Teilnahme von Schiffen
der Bundesmarine an der Überwachung des UN-Embargos gegen Restjugoslawien.
25. August: In Berlin unterzeichnen Kohl und der Regierende Bürgermeister
von Berlin, Eberhard Diepgen (geb. 1941) und der brandenburgische Ministerpräsident
Manfred Stolpe (geb. 1936) den "Hauptstadt-Vertrag".
- 1993
- 2. Februar: Der russische Präsident Boris
Jelzin und Bundeskanzler Kohl rufen in einem Briefwechsel anlässlich
des 50. Jahrestages der Beendigung der Schlacht von Stalingrad zu Versöhnung
und Partnerschaft zwischen ihren Völkern auf.
2. Juli: Der Bundestag billigt den Einsatz von rund 1.700 Bundeswehrsoldaten
bei der UNO- Friedensaktion in Somalia.
- 1994
- 14. Januar: Eine Allparteienrunde unter Kohls Leitung einigt sich
auf den Umzug
von Regierung und Parlament nach Berlin spätestens zum Jahr
2000.
8. September: Anlässlich der Abschiedsfeier
für die seit 1945 in Deutschland stationierten westalliierten Truppen
der USA, Großbritanniens und Frankreichs begrüßt Kohl
in Berlin den französischen Staatspräsidenten François
Mitterrand, den britischen Premierminister John Major (geb. 1943) und
US-Außenminister Warren Christopher (geb. 1925).
15. November: Der Bundestag wählt Kohl zum fünften Male zum
Bundeskanzler.
- 1995
- 8./9. Mai: In Europa wird an das Ende des Zweiten
Weltkrieges vor 50 Jahren erinnert. Die Gedenkfeiern stehen im Zeichen
der Versöhnung mit der Vergangenheit, das zeigt sich besonders
darin, dass auch der deutsche Bundespräsident Roman
Herzog und Bundeskanzler Kohl zu den Feiern der Siegermächte
geladen werden.
Das Institut für hebräische Studien an der Hebräischen
Universität Jerusalem wird nach Kohl benannt.
- 1996
- 31. Oktober: Kohl feiert sein Amtsjubiläum: An diesem Tag überrundet
er als nun dienstältester Kanzler mit 5145 Amtstagen jeden seiner
Vorgänger.
9. Dezember: Bundeskanzler Kohl und der französische Staatspräsident
Jacques Chirac beschließen eine gemeinsame deutsch-französische
Konzeption zur Sicherheits- und Verteidigungspolitik.
Kohl unterstützt die Einrichtung eines von früheren DDR-Dissidenten
gegründeten Bürgerbüros für ehemalige SED-Opfer.
- 1997
- 21. Januar: Kohl und der tschechische Regierungschef Václav
Klaus (geb. 1941) unterzeichnen in Prag die deutsch-tschechische Aussöhnungserklärung.
3. April: Kohl kündigt in Bad Hofgastein/Österreich seine
Kandidatur für die Bundestagswahl 1998 an.
17. Juni: Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen
Union (EU) beenden ihr Gipfeltreffen mit der Einigung auf den Vertrag
von Amsterdam, in dem mehr Kooperation in der Beschäftigungs-,
Außen- und Justizpolitik vereinbart wird.
17. Juli: Kohl, der italienische Ministerpräsident Romano Prodi
(geb. 1939) und Österreichs Regierungschef Viktor Klima (geb. 1947)
vereinbaren in Innsbruck/Österreich die Abschaffung der österreichischen
Grenzkontrollen zu den beiden Nachbarstaaten zum 1. April 1998.
- 1998
- 13. Mai: Anlässlich der Feiern zum 50. Jahrestag der Berliner
Luftbrücke empfängt Bundeskanzler Kohl US-Präsident
Bill Clinton zu einem Deutschlandbesuch.
23. April: Der Bundestag stimmt mit großer Mehrheit für die
Teilnahme Deutschlands an der Europäischen Währungsunion,
mit der am 1. Januar 1999 der Euro
eingeführt werden soll.
27. September: Bei der Bundestagswahl wird erstmals in der Geschichte
der Bundesrepublik eine amtierende Regierung abgelöst. Die Sozialdemokratische
Partei Deutschlands (SPD) erreicht zusammen mit Bündnis 90/Die
Grünen die Mehrheit. Noch am Wahlabend übernimmt Kohl die
Verantwortung für die Wahlniederlage seiner Partei und erklärt,
dass er auf dem vorgezogenen Parteitag im November nicht wieder für
den Parteivorsitz kandidieren werde.
20. Oktober: Kohl wird vom polnischen Staatspräsidenten für
seine Verdienste um die deutsch-polnische Zusammenarbeit mit der höchsten
polnischen Auszeichnung, dem Orden des Weißen Adlers, geehrt.
25. Oktober: Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union
beschließen, Kohl zum Ehrenbürger Europas zu ernennen. Diese
Ehrung ist zuvor nur Jean Monnet
zuteil geworden.
26. Oktober: Mit der Konstituierung des neuen Bundestages endet die
Amtszeit von Kohl als Bundeskanzler. Bundespräsident Roman Herzog
verleiht Kohl das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik
mit Lorbeerkranz. Diese Auszeichnung ist zuvor nur an Konrad
Adenauer vergeben worden.
7. November: Wolfgang Schäuble
wird als Nachfolger von Kohl neuer Parteivorsitzender der CDU.
- 1999
- 5. November: Der wegen Verdachts der Steuerhinterziehung von der
Augsburger Staatsanwaltschaft mit Haftbefehl gesuchte frühere CDU-Schatzmeister
Walther Leisler Kiep (geb. 1926) stellt sich der Justiz. Er erklärt,
die am 26. August 1991 von Karlheinz Schreiber (geb.1934) in einem Koffer
bar in der Schweiz übergebene Million sei als Parteispende an die
CDU gegangen.
6. November: Kohl versichert, er habe keine Kenntnis von einer Spende
dieser Art.
21. November: Kohl weist den Vorwurf von Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang
mit der Lieferung von Panzern an Saudi-Arabien zurück. Es sei der
Eindruck geweckt worden, die Entscheidung des Bundessicherheitsrates
sei erkauft worden: "Diese Unterstellungen sind falsch und verleumderisch."
30. November: Kohl verkündet, dass in der CDU während seiner
Amtszeit als Vorsitzender der Partei eine von den offiziellen Parteienfinanzen
getrennte Kontenführung existiert habe. Er entschuldigt sich für
mangelnde Transparenz der Spenden, fehlende Kontrolle und mögliche
Verstöße gegen das Parteiengesetz.
16. Dezember: Kohl gesteht während eines Fernsehinterviews im ZDF
ein, zwischen 1993 und 1998 Spenden von 1,5 bis zwei Millionen D-Mark
illegal angenommen zu haben. Die Namen der anonymen Spender will er
nicht nennen.
- 2000
- 3. Januar: Die Bonner Staatsanwaltschaft eröffnet ein Ermittlungsverfahren
gegen Kohl wegen des Verdachts der Untreue zum Nachteil seiner Partei.
18. Januar: Auf einer Krisensitzung der CDU-Führung in Berlin wird
Kohl aufgefordert, den Ehrenvorsitz der Partei solange ruhen zu lassen,
bis er seinen Beitrag zur Aufklärung der Spendenaffäre geleistet
hat. Am Abend legt Kohl das Ehrenamt nieder. Nach eigenen Angaben sieht
er sich nicht in der Lage, die Namen der Spender zu nennen, da er ihnen
sein Wort gegeben habe.
14. August: Kohl lehnt die Teilnahme an der offiziellen Feier zum zehnten
Jahrestag der deutschen Einheit in Dresden ab. Kohl war zwar zu den
Feierlichkeiten eingeladen, aber nicht als Redner vorgesehen worden.
Veröffentlichung von "Mein Tagebuch 1998-2000". Kohl
befasst sich darin mit der CDU-Spendenaffäre
.
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- 2001
- Das Ermittlungsverfahren
gegen Kohl wird gegen Zahlung von 300.000 D-Mark eingestellt.
5. Juli: Suizid seiner Frau Hannelore, die seit vielen Jahren an einer
unheilbaren Krankheit gelitten hatte.
- 2004
- Januar: Vom polnischen
Staatspräsidenten Kwasniewski (geb.1954) bekommt Kohl den internationalen
Adalbert-Preis verliehen.
März: Kohl stellt den ersten Teil seiner Memoiren "Erinnerungen
1930-1982" vor.
.
(iz)
Interview: Bundeskanzler Helmut Kohl zum Weltwirtschaftsgipfel in Paris, 14.7.1989
Rede:
Silvesteransprache von Bundeskanzler Helmut Kohl, 31.12.1990
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