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Politiker
- 1926
- 8. Oktober: Günter Mittag wird in Stettin als Arbeitersohn geboren.
- 1943
- Luftwaffenhelfer in einem Flak-Regiment.
- 1943-1945
- Absolvierung einer Ausbildung bei der Reichsbahn.
- 1945
- Eintritt in die KPD.
- 1946
- Eintritt in die SED.
- 1946/47
- Mitglied des SED-Ortsvorstandes in Pasewalk und Mitglied des Ortsvorstandes
der IG Eisenbahn in Pasewalk.
- 1947-1950
- Mitglied der SED-Kreisleitung Greifswald.
- 1947/48
- Amts- und Bezirksjugendleiter im Bahnhof Pasewalk.
- 1948/49
- Jugendsekretär beziehungsweise Organisationssekretär im
Bezirksvorstand Greifswald des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes
(FDGB).
- 1950/51
- Vorsitzender des FDGB-Bezirksvorstandes der IG Eisenbahn Greifswald.
- 1952/53
- Instrukteur im Apparat des Zentralkomitees (ZK) der SED.
- 1953-1961
- Abteilungsleiter der Abteilung Eisenbahn, Verkehr und Verbindungswesen
des ZK der SED.
- 1956
- Mittag beginnt ein Fernstudium an der Hochschule für Verkehrswesen
in Dresden. Er schließt das Studium als Diplom-Wirtschaftler ab.
- 1958
- Promotion zum Dr. rer. oec. mit einer Dissertation über Probleme
der sozialistischen Entwicklung des Verkehrswesens.
- 1958-1961
- Sekretär der Wirtschaftskommission beim Politbüro des ZK
der SED. In dieser Position nimmt Mittag bereits großen Einfluß
auf die Wirtschaftspolitik der SED.
- 1961/62
- Stellvertreter des Vorsitzenden und Sekretär des Volkswirtschaftsrates
der DDR.
DDR-Vertreter im "Wirtschaftsausschuß DDR - CSSR".
- 1962-1989
- Mitglied des ZK der SED und Mitglied des Forschungsrates.
- 1962-1973
- Sekretär des ZK der SED für Wirtschaft.
- 1963-1989
- Abgeordneter der Volkskammer. Von 1963 bis 1973 und von 1976 bis
1989 ist er Vorsitzender des Ausschusses für Industrie, Bauwesen
und Verkehr.
Mitglied des Bundesvorstandes des FDGB.
- 1963-1971
- Mitglied des Staatsrates der DDR.
- 1963-1966
- Leiter des Büros für Industrie und Bauwesen des ZK der
SED.
Zusammen mit Erich Apel konzipiert
Mittag das Neue
ökonomische System der Planung und Leitung der Volkswirtschaft
(NÖSPL). Mit Hilfe dieses Konzeptes soll die Wirtschaftsplanung
und -leitung der DDR entbürokratisiert, modernisiert und effektiviert
werden. Nachdem das Reformwerk aus politischen Gründen nur abgeschwächt
umgesetzt wird, nimmt sich Erich Apel 1965 das Leben. Mittag paßt
sich hingegen den neuen Gegebenheiten an.
- 1964
- Verleihung des Vaterländischen Verdienstordens in Gold der DDR.
- 1966-1989
- Mitglied des Politbüros des ZK der SED.
Als Politbüromitglied und Wirtschaftssekretär des ZK wird
Mittag zur Schlüsselfigur der Planwirtschaft der DDR. Wirtschaftspolitisch
hält er seine gesamte Amtszeit hindurch an der Staatsmonopol-Wirtschaft
fest, auch als in der Sowjetunion bereits Reformer den Kampf gegen den
Staatsmonopolismus aufnehmen.
- 1973-1976
- Erster stellvertretender Vorsitzender des Ministerrates der DDR.
- 1976-1989
- Sekretär des ZK der SED für Wirtschaft.
Leiter der neugebildeten Wirtschaftskommission beim Politbüro des ZK
der SED.
Leiter der Arbeitsgruppe "Zahlungsbilanz" beim Politbüro.
- 1976-1981
- Leiter der Arbeitsgruppe Bundesrepublik Deutschland und des Koordinierungsbüros
beim Politbüro.
- 1976
- Auszeichnung mit dem Karl-Marx-Orden.
- 1979-1989
- Mitglied des Staatsrates der DDR.
- 1980
- Die "Krönung" seines Wirkens wird die abgeschlossene Zusammenfassung
der Volkseigenen
Betriebe (VEB) der DDR in "Kombinate".
- 1981-1989
- Leiter der Kommission zur Koordinierung der ökonomischen, kulturellen
und wissenschaftlich-technischen Beziehungen der DDR zu Ländern Asiens,
Afrikas und des arabischen Raums beim Politbüro.
- 1982-1989
- Mitglied des Nationalen Verteidigungsrates der DDR.
- 1982
- Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Tokai/Japan und der
Montan-Universität Leoben/Österreich.
- 1984
- Wegen einer sich verschlimmernden Diabetis wird Mittag ein Unterschenkel
amputiert. 1989 wird ihm auch das andere Bein abgenommen.
- 1984-1989
- Stellvertretender Vorsitzender des Staatsrates der DDR.
- 1986
- Auszeichnung mit dem Karl-Marx-Orden und mit dem Titel "Held
der Arbeit".
- 1989
- 18. Oktober: Mittag wird von allen leitenden Funktionen entbunden.
11./12. November: Entlassung aus dem ZK der SED.
23. November: Ausschluß aus der SED.
- 1989/1990
- Dezember-August: Mittag wird in Untersuchungshaft genommen, aus der
er aus gesundheitlichen Gründen entlassen wird. Die Ermittlungen
gegen ihn gehen unter dem "Verdacht der Untreue und des Vertrauensmißbrauches"
weiter.
- 1991
- Juli: Gegen Mittag wird Anklage erhoben wegen der "Verwendung
von Staatsgeldern für den Bau von Eigenheimen".
Veröffentlichung einer Art Rechtfertigungsschrift mit dem Titel
"Um jeden Preis. Im Spannungsfeld zweier Systeme". Darin versucht Mittag
den Vorwurf, hauptverantwortlicher Politiker für die wirtschaftliche
Misere der DDR zu sein, abzuwenden. Er behauptet schon 1981 die drohende
ökonomische Krise erkannt zu haben aber die Politbürogenossen
seien uneinsichtig gewesen.
- 1992
- In einem ärztlichen Gutachten wird Mittag Verhandlungsunfähigkeit
wegen einer Blutzuckerschwäche attestiert.
- 1993
- Wegen seiner Verhandlungsunfähigkeit wird das Verfahren gegen
Mittag nicht eröffnet.
- 1994
- 18. März: Günter Mittag stirbt in Berlin.
(iz)
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