Im August 1948 wählen die elf westdeutschen Landtage die 65 Abgeordneten des Parlamentarischen Rats. Bereits zu Beginn der Beratungen kommen fünf Vertreter Berlins hinzu. Sie nehmen wegen des besonderen Rechtsstatus von Berlin nur mit beratender Stimme teil. Im Verlauf der Beratungen des Parlamentarischen Rats scheiden sieben Abgeordnete vorzeitig aus und werden durch Nachrücker ersetzt.

Erna Wagner-Hehmke porträtiert einen Teil der Abgeordneten. Von anderen macht sie Fotografien in Sitzungen und Arbeitsräumen.
zurück zur Übersicht
ANTON HILBERT (CDU)
im Parlamentarischen Rat
Biografie
Anton Hilbert
Weitere Informationen

Biografie
Haus der Geschichte
Liste der Mitglieder
Literatur
Objekte
Anfang März 1949 wird Anton Hilbert vom Badischen Landtag für den Parlamentarischen Rat als Nachrücker für Hermann Fecht (CDU) nominiert. Er vermag sich wegen des inzwischen fortgeschrittenen Stands der Arbeiten nur noch in beschränktem Maß in die Beratungen einzuschalten. Sein Hauptinteresse gilt der im Grundgesetz vorgesehenen Sonderregelung über die terrritoriale Neugliederung im südwestdeutschen Raum (Art. 118 GG), deren Beratungen zu dem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen sind. Vor allem im Zusammenwirken mit Adolf Kühn (CDU) aus Württemberg-Baden setzt er sich für eine Regelung ein, die die Bildung eines einheitlichen, selbständigen Landes Baden anstelle eines größeren Südweststaats begünstigen soll. Insgesamt tritt er für eine starke Stellung der Länder innerhalb eines bundesstaatlichen Gesamtsystems ein. Ein föderalistisches Sonderinteresse äußert sich in seinem gemeinsam mit dem CSU-Abgeordneten Kaspar Seibold vergeblich betriebenen Versuch, die Kompetenz zur „Förderung der land- und forstwirtschaftlichen Erzeugung“ ausschließlich bei den Ländern zu belassen, statt sie in den Katalog der konkurrierenden Gesetzgebung aufzunehmen.
Geboren am 24. Dezember 1898 in Niederschopfheim (Baden), gestorben am 15. Februar 1986 in Stühlingen, römisch-katholisch.

Ab Herbst 1916 Teilnahme als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg, französische Kriegsgefangenschaft, März 1920 Heimkehr und Tätigkeit beim Zoll in Untereggingen nahe Waldshut. Seit 1921 Landwirt. Ehrenamtlich im ländlichen Verbands- und Genossenschaftswesen tätig. 1926 – 1933 Mitglied der Kreisversammlung Waldshut, 1930 – 1933 des Gemeinderats von Untereggingen. 1929 – 1933 Abgeordneter im Badischen Landtag, zunächst für die Badische Bauernpartei, ab 1931 als Mitglied der Zentrumsfraktion.

1933 aus politischen Gründen in Haft, danach aus Baden ausgewiesen. Umsiedlung nach Wutha bei Eisenach, Tätigkeit als Industriekaufmann.

Nach der Besetzung Thüringens durch die US-Armee Bürgermeister von Wutha. Mitgründer der CDU in Thüringen. Im Zusammenhang mit dem Rückzug der Amerikaner Ende 1945 Rückkehr nach Untereggingen und Wiederaufnahme der Tätigkeit als Landwirt. Tritt der Badischen Christlich-Sozialen Volkspartei (ab 1947 CDU Baden) bei. 1947 – 1962 Stellvertretender CDU-Landesvorsitzender. Herbst 1946 – Ende 1948 Bürgermeister von Untereggingen und langjähriges Mitglied im Gemeinderat (bis 1965). Ende 1946 – September 1947 Staatssekretär für Landwirtschaft im Staatssekretariat des Landes Baden. 1946 – 1947 Mitglied der Beratenden Landesversammlung Baden, 1947 – 1952 Mitglied des Badischen Landtags. 1949 – 1969 Mitglied des Deutschen Bundestags, 1952 – 1956 Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung und des Landtags von Baden-Württemberg. 1961 – 1970 Mitgliedschaft in der Beratenden Versammlung des Europarats.

Nachlass: Nicht bekannt.