Im August 1948 wählen die elf westdeutschen Landtage die 65 Abgeordneten des Parlamentarischen Rats. Bereits zu Beginn der Beratungen kommen fünf Vertreter Berlins hinzu. Sie nehmen wegen des besonderen Rechtsstatus von Berlin nur mit beratender Stimme teil. Im Verlauf der Beratungen des Parlamentarischen Rats scheiden sieben Abgeordnete vorzeitig aus und werden durch Nachrücker ersetzt.

Erna Wagner-Hehmke porträtiert einen Teil der Abgeordneten. Von anderen macht sie Fotografien in Sitzungen und Arbeitsräumen.
zurück zur Übersicht
FRIEDRICH MAIER (SPD)
im Parlamentarischen Rat
Biografie
Friedrich Maier
Weitere Informationen

Biografie
Haus der Geschichte
Liste der Mitglieder
Literatur
Objekte
Als einziger SPD-Vertreter wird Friedrich Maier im Sommer 1948 vom Badischen Landtag in den Parlamentarischen Rat gewählt. Hier gehört er dem Hauptausschuss an, ferner seit der vierten Sitzung anstelle des zunächst vorgesehenen SPD-Abgeordneten Walter Menzel dem Ausschuss für Wahlrechtsfragen. Zusätzlich beteiligt sich Maier gelegentlich an den Sitzungen des Ausschusses für Grundsatzfragen, insbesondere wenn hier Fragen der Länderneugliederung (Südweststaat) oder des Elternrechts auf der Tagesordnung stehen. Dabei lässt er sich vor allem von seinen Erfahrungen aus Baden leiten.
Geboren am 29. Dezember 1894 in Karlsruhe, gestorben am 14. Dezember 1960 in Freiburg im Breisgau, zunächst evangelisch, später freireligiös.

Friedrich Maier besucht zunächst das Lehrerseminar. 1914 – 1918 Teilnahme am Ersten Weltkrieg. 1919 – 1938 Volks- und Hauptschullehrer in Mannheim. Seit 1920 in der SPD. Mitglied in der Sozialistischen Arbeiterjugend und Kreisjugendleiter des Arbeiter-Sport- und Turnerbunds. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer. Zeitweise Leiter der Volkshochschule Mannheim-Waldhof. Nebenberuflich journalistisch tätig bei der „Mannheimer Volksstimme“ und „Neuen Badischen Landeszeitung“. Seit 1924 Freimaurer, zuletzt als „Meister vom Stuhl“.

Nach der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ mehrfach gemaßregelt. 1937 von der NSDAP-Kreisleitung Mannheim als „politisch unzuverlässig“ eingestuft. 1938 Versetzung von Mannheim an die Volksschule in Gengenbach bei Offenburg. 1939 – 1940 im Kriegseinsatz.

Gründungsmitglied des Gengenbacher Ortsvereins der Sozialdemokratischen Partei Land Baden (SP) und dort 1946 – 1947 Vorsitzender. 1946 – 1947 Mitglied des Gemeinderats in Gengenbach, der Kreisversammlung und des Kreisausschusses Offenburg. 1947 Stellvertretender Landesvorsitzender der SP. In den 1950er Jahren Mitglied des SPD-Landesvorstands Baden-Württemberg. Mitglied der Beratenden Landesversammlung Badens, dort Stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Anfang 1947 – Sommer 1949 Ministerialrat im badischen Innenministerium. 1947 – 1951 Mitglied des Badischen Landtags, zeitweise Vorsitzender der sozialdemokratischen Fraktion. 1949 – 1960 Mitglied des Deutschen Bundestags, durchgehend Vorsitzender des Ausschusses für Angelegenheiten der inneren Verwaltung (Innenausschuss) und in der Ersten Legislaturperiode des als Sonderausschuss gebildeten Wahlrechtsausschusses.

Nachlass: Nicht bekannt.